Sigrid Ehrmann: Landschaftsarchitektin, Fachübersetzerin, Autorin

© Diana Schinkoreit

Hallo Sigrid, kannst du deine Tätigkeit kurz beschreiben? Was machst du und was möchtest du mit deiner Arbeit erreichen?

Ich bin freiberufliche Fachübersetzerin und Autorin mit den Schwerpunkten Städtebau, Architektur und Umwelt. Zu meinen Kund_innen zählen neben Fachverlagen, Architekturbüros und Hersteller_innen auch Universitäten und öffentliche Verwaltungen. Meine Tätigkeitsfeldern umfassen zudem beispielsweise Eventmanagement, das Erstellen von Projektanträgen, die grafische Bearbeitung von Dokumenten und die Betreuung von Social-Media-Kanälen.

Mein Wunsch wäre es, mit meiner Tätigkeit ein breites Publikum zu erreichen und baukulturelle Themen auch außerhalb der Fachkreise zu vermitteln. Eine grundsätzliche Sensibilisierung der Gesellschaft für Architektur und baukulturelle Bildung, wie die Architekturhistorikerin und Spezialistin für Bausünden Turit Fröbe es nennt, ist denke ich, was wir als Architekturvermittler_innen anstreben sollten.

Was ist dein Hintergrund? Kannst du deinen Werdegang bzw. deine Ausbildung kurz schildern?

Zum Schreiben und Übersetzen bin ich über einige Umwege gekommen. Nach meinem Studium der Landschaftsplanung an der TU Berlin habe ich einige Jahre als Landschaftsarchitektin und Lehrbeauftragte in Melbourne und Berlin gearbeitet. Dann zog ich in meine jetzige Wahlheimat Barcelona, wo ich als Projektmanagerin eines EU-Forschungsprojektes tätig war. Ich hatte jedoch schon immer eine große Vorliebe für Sprachen und schrieb regelmäßig Artikel für Fachzeitschriften. Irgendwann kamen dann Übersetzungen hinzu und vor fast drei Jahren entschloss ich mich schließlich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Inzwischen wurden meine Übersetzungen und Artikel unter anderem in den Fachmagazinen Topos Magazine, Baumeister und Bauwelt veröffentlicht.

Was ist für dich der wichtigste Aspekt der Architekturvermittlung – welche Themen müssen unbedingt kommuniziert werden und warum? Gibt es Bereiche der Architektur, die in der Vermittlung vernachlässigt werden?

Wie bereits angemerkt, spielt für mich vor allem der gesellschaftliche und soziale Aspekt der Architektur eine große Rolle. Aufgrund der fortschreitenden Urbanisierung wird Architektur und Städtebau zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ich würde mir daher wünschen, dass Alltagsarchitektur, alternative Formen des Bauens oder Co-Creation noch weiter in den Fokus rücken.

Weitere Themen, die mir sehr am Herzen liegen, sind der Klimawandel und nachhaltiges Bauen. Der Bausektor ist weltweit für ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Auch hier hoffe ich, dass unsere Arbeit ein paar Denkanstöße liefern kann.

Welche Gruppen in der Gesellschaft sollten stärker in die Architektur einbezogen werden und wie wäre das zu erreichen? Wie könnte man mehr Menschen zum Mitmachen ermutigen?

Das ist eine gute Frage. Meiner Meinung nach müsste Architektur schon in der Schule spielerisch vermittelt werden. Das Thema wäre ja recht einfach in viele Unterrichtsfächer zu integrieren, egal ob Geschichte, Geographie oder Naturwissenschaften. Zudem gibt es einen eindeutigen Trend hin zu partizipativen Prozessen beim Entwurf und der Planung von architektonischen und städtebaulichen Projekten. Menschen wollen an der Gestaltung ihrer Umwelt teilhaben. Und auch hier ist die Architekturkommunikation von großer Bedeutung.

Und eine letzte Frage: Was sind deine beruflichen Pläne und Ziele für die nächsten paar Jahre? Erzähle ein bisschen von deinen Vorhaben.

Ich befinde mich noch in der Findungsphase meiner freiberuflichen Tätigkeit und möchte auf jeden Fall noch weitere Formen, Architektur, Stadt und Umwelt zu vermitteln, erkunden. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Autor_innen, Übersetzer_innen, Redakteur_innen und Kurator_innen macht mir sehr viel Spaß und ich hoffe, dass sich in diesem Bereich noch viele spannende Projekten ergeben. Darüber hinaus engagiere ich mich in verschiedenen lokalen Netzwerken zu den Themen urbane Landwirtschaft und nachhaltiges Bauen. Zudem gibt es hier in Barcelona natürlich eine unglaublich lebendige Architekturszene. Es wird bestimmt nicht langweilig werden.

www.lapinyabarcelona.com

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