Ute Latzke: Texterin und Kommunikationsexpertin

Hallo Ute, kannst du deine Tätigkeit kurz beschreiben? Was machst du und was möchtest du mit deiner Arbeit erreichen?

Ich berate Architekt_innen in Sachen Kommunikation und Text sowie Social Media (Instagram). Einerseits entwerfe ich ganzheitliche Textkonzeptionen für die Website. Es geht darum, meine Kund_innen, ihre Leistungen und Werte mit starken Botschaften und ausdrucksstarken Texten darzustellen. Ganzheitlich meint, dass ich nicht mal eben so Texte schreibe, sondern intensiv mit den Kunden an der Positionierung arbeite. Was auch dazu führt, dass sie sich klarer werden über Fokus und Ziele. Oftmals klingt das bei allen Büros gleich. Andererseits verfasse ich Projektbeschreibungen, Fachartikel, Homestories oder Blogbeiträge. Es geht mir darum, ihre Architektur lebendig und anschaulich zu vermitteln und Leute dafür zu begeistern.

Was ist dein Hintergrund? Kannst du deinen Werdegang bzw. deine Ausbildung kurz schildern?
Ursprünglich wollte ich Grafikdesign studieren, weshalb ich zuvor eine Ausbildung als Typografin gemacht hatte. Ich bin künstlerisch veranlagt und auch als Malerin tätig. Dann wurden es Wirtschaftswissenschaften, warum auch immer… Das Studium habe ich vollendet, obwohl es mir nicht lag. Danach gelang mir der Einstieg in einen Verlag als Redakteurin für ein Fachmagazin über moderne Architektur. Dann lockte mich die „New Economy“ und ich wendete meine Karriere in Richtung Onlineredakteurin beim Handelsblatt.

Das Künstlerische und der Drang in die kreative Freiheit überwogen: Also habe ich mich als Journalistin + Texterin für Corporate Publishing selbstständig gemacht, zunächst für Medien und Agenturen. Etwa 2015 gelang mir der Einstieg als Autorin für Architektur, hier habe ich in führenden Fachpublikationen veröffentlicht. Zurück zur alten Passion! Gleichzeitig fragten immer mehr Architekturbüros nach textlicher Unterstützung bei mir an. Etwa 2020 habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und mich mit textart by ute Latzke auf die Branche spezialisiert.

Warum hast du dich für deine Spezialisierung Architektur entschieden? Gibt es besondere Herausforderungen, wenn man in diesem Bereich arbeitet?

Zunächst interessiert mich das Thema sehr, besonders auch Interior Design. Sich damit zu beschäftigen, macht mir viel Spaß. Es ist eine tolle Gelegenheit, viel „zu sehen“ und die kreativen Macher_innen kennenzulernen.

Auf der anderen Seite ist der Bedarf groß. Die Akteure der Branche tun sich oft schwer, klar und anschaulich zu kommunizieren. Wenn man so will: ihre Story zu erzählen. Texte und/oder Website sollten zur Qualität und Ästhetik der Arbeit passen. Damit sie Interessent_innen ansprechen, begeistern und überzeugen. Das ist oft nicht der Fall, es werden Allgemeinplätze geboten. Vielen scheint auch nicht klar zu sein, dass Fachmedien oder die Mitbewerber_innen eher nicht die Zielgruppen sind, sondern Bauherr_innen und Öffentlichkeit.  Last but least: Architekten_innen erkennen das Potenzial der digitalen Medien wie z.B. Instagram nicht.

Die Herausforderung ist, bei Architekt_innen ein Umdenken zu bewirken, gezielter und vor allem kundenorientierter kommunizieren und mehr aus sich rauszugehen. Dabei unterstütze ich sie.

Besteht noch Vermittlungsbedarf in der Architektur? Wenn ja, welche Aspekte müssten stärker kommuniziert werden? Welche Rolle spielen deine Texte in der Vermittlung von Architektur? 

In jedem Fall! Oftmals lesen sich Texte über Architektur sehr trocken, fachlich überfrachtet und im schlechten Sinne akademisch. Das Besondere und Großartige eines Entwurfs gehen verloren. Und ich vermisse ich das „Sendungsbewusstsein“ der Entwerfer_innen und Planer_innen für ihre Sache. Sogenannte moderne Architektur polarisiert immer noch. Zu denken, „Unsere Gebäude erklären sich von selbst“, ist da wenig hilfreich. Also, warum nicht andere für die eigene Sache begeistern und präsenter sein? Architektur ist immerhin ein großer Eingriff in den (öffentlichen) Raum. David Chipperfield sagte einmal in der SZ-Magazin online: „…Dass die Menschen auf Bausünden so lethargisch reagieren, liegt auch an der Unsichtbarkeit der Verantwortlichen.“ Das trifft es schon.

Also meine Texte und Konzeptionen leisten genau das ;-).

Und eine letzte Frage: Was sind deine beruflichen Pläne und Ziele für die nächsten paar Jahre? Erzähle ein bisschen von deinen Vorhaben.

Wachsen zusammen mit und für meine Kund_innen. Im letzten halben Jahr habe ich mit textart by ute Latzke stark an Sichtbarkeit zugelegt. Mittlerweile kommen Anfragen aus ganz Deutschland sowie auch aus Österreich. Die Entscheidung auf den Fokus Architektur ist also richtig. Jetzt werde ich mein Netzwerk stärker ausbauen. Und ich möchte der Architekturbranche sowie Interessiert_innen weitere Impulse liefern etwa über mein Blog, Gastartikel, Newsletter oder Instagram. Auch mein 10plus1 Interviewformat nimmt Fahrt auf. Als Dienstleisterin muss ich das Thema Sichtbarkeit und die Wege dahin vorleben! Mittelfristig wäre es sinnvoll, Architekt_innen noch mehr zu bieten, denkbar wären z.B. (Schreib)Kurse… Da brüte ich noch.

www.utelatzke.com

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